Hanf ist eine sehr segensreiche Nutzpflanze. Jahrhunderte war sie wichtige Kulturpflanze, auch bei uns in Europa. Leider ist Hanf heute bedeutungsvoll mit der Droge Cannabis verbunden, auch wenn man jetzt für die Droge das Kunstwort Marihuana benutzt. So langsam kommt Hanf wieder aus seiner Versenkung heraus. Und das zu Recht: Hanf hat als Lebensmittel sehr viel Einzigartiges und Gesundes anzubieten.

Hanf als Vitamin- und Proteinquelle

Hanfsamen sind seit Jahrtausenden Grundnahrungsmittel: In China, Ägypten, Persien, Indien oder Süd- und Nordamerika wurde deshalb Hanf angebaut. Stoffe für Kleidung und auch Seile wurden zuletzt aus Hanf hergestellt. In Vergessenheit geriet aber bei uns zunehmend die Nutzung als Nahrungsmittel. Hanfsamen können gesunde Basis zur Herstellung von Mehl, Butter und Ölen sein. Hanfsamen enthalten bis zu 25 Prozent aller lebenswichtigen Aminosäuren, die körpereigenes Eiweiß aufbauen. Neben Protein finden sich in Hanf viele Vitamine: Vitamin E und B, besonders Vitamin B2, auch Riboflavin genannt, sind in Hanf deutlich höher konzentriert enthalten als in Tierprodukten, wenn man von Tierleber einmal absieht. Vitamin B2 ist gut für gesunde Haut, gute Sehschärfer der Augen, die Funktion der Schilddrüse und generell für die Bildung vieler wichtiger Hormone.

Muskelaufbau und Immunabwehr durch Hanf

Die in Hanf enthaltenen Aminosäuren sind vor allem mehrkettig. Sie fördern Muskelwachstum und auch die notwendige Zellreparatur. Wichtige Enzyme werden durch sie produziert und die Entgiftung der Körperzellen gefördert. Warum Hanfproteine so leicht vom menschlichen Körper angenommen werden, hat einen überraschenden Grund: Es ist dem humanen Protein ähnlich. Über die Hälfte des Hanfproteins besteht aus sogenanntem Edestin, dass vom Mensch leichter verdaut werden kann als Soja. Der Hauptanteil des restlichen Proteins liegt als Albumin vor, das in seiner Molekülstruktur ebenso wie das genannte Edestin dem humanen Protein ähnelt. Daher ist es dem Körper auch leicht möglich, aus Hanfprotein Immunglobuline aufzubauen, die für die Abwehr von Infektionen wichtig sind.

Hanf schafft besseres Fettsäure-Verhältnis

Ein großes Gesundheitsproblem in der zivilisierten Welt ist ein ungünstiges Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren im menschlichen Körper. Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten diese im Verhältnis 1:4 vorliegen. Bekanntlich verschiebt sich bei den meisten Menschen dieses Verhältnis zu Gunsten der Omega-6-Fettsäuren. Dies ist zum einen dem zu häufigen Verzehr von Fleisch und Milchprodukten geschuldet. Aber auch industriell hergestellte Öle und Fette erhöhen den Anteil der Omega-6-Fette. So kommen bei Menschen der westlichen Welt die Omega-6-Fettsäuren nicht mehr nur in vierfacher Konzentration vor. Nicht selten beträgt der Anteil das 30 – 50-Fache. Dieser ungünstigen Verschiebung gibt man die Schuld an vielen entzündlichen Prozessen im Körper. Werden diese chronisch, fördert das auch chronische Nerven- und Gelenkprobleme wie auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen generell beschleunigten Alterungsprozess. Der Verzehr von Lebensmitteln auf Hanfbasis bessert dieses Verhältnis zu Gunsten der Omega-3-Fettsäuren enorm.

Weitere positive Aspekte von Hanfnahrungsmitteln

Bei vielen Menschen kommt im Körper zu wenig Gamma-Linolensäre GLA vor. Diese findet sich nur in wenigen Lebensmitteln wie etwa in dem Öl der Nachtkerzen, des Granatapfels oder des Borretschs sowie in Spirulina. Das Hanföl enthält viel der seltenen Gamma-Linolensäure und beugt so dem Mangel vor, der Hauterkrankungen, Rheumatische Prozesse oder Hormonstörungen auslösen kann. So fördert ein hoher Hanfanteil in der Nahrung ein verbessertes Hautbild, gesundes volles Haar und gesunde Nägel. Generell wird der Stoffwechsel angeregt. Dies hilft sowohl beim Fettabbau als auch beim Abtransport von toxischen Stoffen aus den Zellen.

Wie man Hanf in die Nahrung integriert

Wenn Sie täglich 20 Gramm eines hochwertigen Hanföls zu sich nehmen, deckt das Ihren Tagesbedarf von essentiellen Fettsäuren komplett ab. Hanföl ist als Salatöl und zum Dämpfen und Dünsten gut geeignet. Es kann aber nicht zum braten und Frittieren verwendet werden. Hanföl können Sie auch an fertig gegarte Speisen geben oder in Dressings, Marinaden, Brotaufstriche, Smoothies oder Dips einarbeiten. Teilweise gibt es hierzu auch Fertigprodukte. Zwei oder drei Teelöffel Hanfprotein lassen sich auch einfach in Wasser, Saft oder Smoothie einrühren und trinken. Hanföl erleichtert das effektive Aufschlüsseln der gesunden Bestandteile in Salat und Gemüsen. Wenn Sie Sport treiben können Sie diese Menge verdoppeln und nehmen eine solche Dosis 30 Minuten vor körperlicher Belastung zu sich. Auch Teig- und Brotpodukte lassen sich mit Hanfprotein herstellen. Die Hanfsamen sorgen dort für einen angenehm nussigen Beigeschmack. Dieser passt sowohl zu süßen als auch zu pikanten Geschmacksrichtungen.

 

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MeinRatschlag
Geschrieben von MeinRatschlag am 26. Februar 2020

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